- 2. Januar 2017

HR in der digitalen Transformation – Warum Ihre Effizienzprojekte in Wahrheit Ausweichmanöver sind

Personalabteilungen befinden sich aktuell im größten gedanklichen sowie emotionalen IT-Change der letzten 20 Jahre.

Der digitalen Transformation!

Dieser Change bringt viele Fragen mit sich, zum Beispiel: Investieren wir in unser bestehenden Personalsystem? Und wenn ja, in welches Thema? Welche Investitionen machen überhaupt noch Sinn oder gehen wir den Weg in eine Cloud Software? Welche ist die richtige Cloud Lösung? Und wie kann ein Weg in die Cloud aussehen?

Innovationslähmung der Personalabteilung

Es ist schwer, auf solche Fragen passgenaue Antworten zu finden. Viele Unternehmen scheuen sich daher, Innovationsprojekte überhaupt anzugehen. Dies ist schade, denn dadurch können sich Unternehmen keinen wirklichen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. Die Flucht sind Effizienzprojekte getarnt als Innovationsprojekte. Die strategische Ausrichtung, die Zukunft bleibt für viele Unternehmen auf diese Weise jedoch unklar.

Sinnvolle Effizienzprojekte?

Aktuell befinden wir uns noch in einer Phase, in der sich Effizienzprojekte im HR rechnen und sinnvoll sind, um die Personalabteilung administrativ zu entlasten und sie auf anstehende größere Innovationsprojekte wenn die Roadmap geklärt ist, vorzubereiten, die daran anschließend umgesetzt werden können. Diese Effizienzprojekte laufen meist mit dem Ziel, vorhandene papierbasierte Prozesse zu digitalisieren oder wie ich es gerne zusammenfasse: „Der Weg vom Papier zur Tastatur“.

Ich möchte Ihnen die derzeit drei Trend Effizienzprojekte vorstellen, die Unternehmen aktuell durchführen.

Derzeitige Trendprojekte vom Papier zur Tastatur

Beispiel 1 – Mobilisierung

Alles ist heute mobil. Apps sind im aller Munde. Logisch, dass ein Unternehmen auch mobil werden muss. Im HR bedeutet dies: unterwegs Anträge wie z.B. Arbeitszeiten genehmigen oder Arbeitszeiten zu erfassen. Aus Prozesssicht keine große Innovation. Akzeptanzsteigerung der Mitarbeiter und effizientere Prozesse sind neben dem Gedanken „Das ist modern“ Treiber für solche Effizienzprojekte.

Im Kern handelt es sich hier um Self-Service-Projekte, wie sie bereits seit Jahren durchgeführt werden. Unternehmen, die noch keine oder wenige Self-Service eingeführt haben, erzielen durch ein solches Projekt nicht nur mehr Effizienz, sondern einen wirklichen Innovationsprung.

Beispiel 2 – Einführung eines digitalen Recruiting oder Learning System

Der War for Talent tobt in vielen Branchen. Allein in der IT bleiben 7 von 10 Stellen unbesetzt. Mit der Generation Y strömen junge Mitarbeiter in Unternehmen, die von ihrem Arbeitgeber eine individuelle Förderung erwarten. Diese Generation kommt, um zu lernen. Aus diesem Grund sind Projekte im Bereich Personalbeschaffung und Learning derzeit so beliebt.

Allein das digitale Bewerbermanagement bringt einem Unternehmen eine enorme Effizienzsteigerung. Manchmal kranken aber Projekte daran, dass die Digitalisierung nicht konsequent weitergedacht und im Unternehmen durchgesetzt wird.
Was meine ich damit? Ein Beispiel aus dem Learning: Interne Seminare/Schulungen können dann im Intranet oder sogar mobil mit nur einem Klick gebucht und genehmigt werden. Möchte ein Mitarbeiter aber ein externes Seminar besuchen, muss er weiterhin aufwändig einen Papierantrag ausfüllen und genehmigen lassen.

Beispiel 3 – Ablösung der letzten Papierprozesse

Ein großer Renner ist derzeit die Digitalisierung der letzten papierbasierten Personalprozesse. Darunter fallen der Einstellungsprozess, die Änderung von Arbeitszeiten und die Beantragung von Elternzeit. Über digitale Self-Services können Mitarbeiter hier unkompliziert Anträge stellen, die dann deutlich schneller bearbeitet werden. Für die technische Umsetzung stehen diverse Frameworks wie z.B. SAP mit den HCM Process and Forms (eBook: http://activate-hr.de/e-book-sap-hcm-processes-and-forms/) zur Verfügung.

Die Entscheidung muss JETZT getroffen werden
Effizienzprojekte sind wichtig und helfen Unternehmen enorm weiter, ohne Frage. In der Beratung bemerken wir aber, dass solche Projekte oft vorgeschoben werden, um sich NOCH nicht entscheiden zu müssen. Noch nicht der Frage nach einer Digitalisierungsstrategie auseinandersetzen zu müssen. Doch diese Frage ist zwingend zu klären. Und zwar besser heute als morgen.

Haben Sie schon eine Digitalisierungsstrategie?

Aus der Unternehmensstrategie leiten moderne Unternehmen in der Geschäftsführung respektive im Vorstand eine digitale Strategie ab. In Zeiten der digitalen Transformation und des digitalen Darwinismus gilt nämlich: „Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert!“ (Ferdinando Piumelli). Darunter möglicherweise auch die eigenen Produkte, die Produktion, der Vertrieb und auch die Personalarbeit. Die Erstellung einer digitalen Strategie muss in einem Unternehmen also hoch angesetzt werden, um diese Veränderungen aktiv mitzugestalten statt von ihnen überrascht zu werden.

Eine unternehmensweite Digitalisierungsstrategie befreit von Innovationslähmung

Effizienzprojekte treiben die Digitalisierung in Personalabteilungen zwar aktuell voran, aber die teilweise erlebte Innovationslähmung im Personalwesen, die Angst davor, den falschen Kurs in der Digitalisierung einzuschlagen, kann meiner Meinung nach nicht auf Ebene der Personalabteilung gelöst werden. Vielmehr bedarf es einer unternehmensweiten Digitalisierungsstrategie, wie sie Hr. Piumelli rausarbeitet, um wieder Innovationsprojekte im Personal anzugehen. Die Frage ist, ob Sie eine solche Strategie haben. Und wenn nicht dann sollten Sie sich wie z.B. von Hr. Piumelli helfen lassen (http://piumelli.de)!



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