Viele Unternehmen bilden ihre HR im SAP HCM mit SAP Organisationsmanagement (SAP OM) ab. Da SAP aber eine Cloud-First-Strategie verfolgt, empfiehlt es langfristig den Wechsel zu SAP SuccessFactors Employee Central. Erfahren Sie, was Unternehmen bei ihrer Migrationsstrategie beachten sollten und wie lange ein Einsatz von SAP OM noch möglich ist.

Employee Central als Fundament Ihrer SuccessFactors-Cloud: Standardisiertes Vorgehen für gelungene User Experience.

Das Wichtigste im Überblick

  • SAP OM bildet die Organisationsstruktur eines Unternehmens digital ab.
  • Organisationsobjekte und Infotypen schaffen eine konsistente Datenbasis für ihre HR-Prozesse.
  • Planvarianten ermöglichen die Simulation von Organisationsänderungen.
  • SAP OM unterstützt unter anderem Workflows, Stellenplanung und Berechtigungsmanagement.
  • Unternehmen sollten den schrittweisen Übergang zu SAP SuccessFactors frühzeitig planen.

Was ist SAP OM?

SAP Organisationsmanagement (SAP OM) ist das Modul in SAP ERP HCM, mit dem Unternehmen ihre Organisationsstruktur digital abbilden können. Organisationseinheiten, Planstellen, Stellen, Aufgaben und Mitarbeitende werden zentral in einem System verwaltet. Die Datenbasis bildet die Grundlage für zahlreiche HR-Prozesse.

Im klassischen SAP ERP HCM übernimmt SAP OM eine Schlüsselrolle, da zahlreiche Komponenten auf die hinterlegte Organisationsstruktur zugreifen. Neben dem SAP Business Workflow nutzen unter anderem Personaladministration, Berechtigungsmanagement und weitere HCM-Anwendungen die Organisationsdaten. Änderungen an der Organisationsstruktur werden automatisch in nachgelagerten Prozessen berücksichtigt, was den Pflegeaufwand senkt.

Hat SAP OM eine Zukunft?

SAP OM ist Bestandteil bestehender SAP-HCM-Landschaften und wird weiterhin in vielen Unternehmen eingesetzt. Mit dem Maintenance-Ende von SAP HCM endet aber auch die Unterstützung von SAP OM 2027 bzw. spätestens 2030.

Im Rahmen von SAP HCM for SAP S/4HANA bleibt SAP OM allerdings bis 2040 verfügbar. So lange besteht für die Lösung die Wartungszusage. Unternehmen können ihre Organisationsstrukturen damit ohne kurzfristigen Migrationsdruck fortführen.

Strategisch richtet SAP seine HR-Innovationen jedoch auf SAP SuccessFactors Employee Central aus. Für neue HR-Landschaften empfiehlt SAP daher den Einsatz von SuccessFactors. Für Unternehmen mit einer etablierten SAP-HCM-Umgebung bedeutet der Strategiewechsel in der Praxis häufig eine schrittweise Transformation zu SuccessFactors.

Personaleinsatzplanung
Anhand eines Kundenbeispiels stellen wir Ihnen in diesem Webinar vor, wie Sie mit einer direkt im SAP-System integrierten Personaleinsatzplanung Ihre Produktionsplanung vereinfachen können.

So bildet SAP OM die Unternehmensorganisation ab

Wesentliche Architekturmerkmale sind Organisationsobjekte, Infotypen und die grafische Organisationsansicht.

Organisationsobjekte

SAP OM bietet verschiedene Organisationsobjekte, um die Struktur eines Unternehmens vollständig abzubilden. Zu den wichtigsten Objekten gehören:

  • Organisationseinheiten bilden Geschäftsbereiche, Abteilungen oder Teams ab.
  • Planstellen beschreiben die Positionen, die ein Unternehmen besetzen möchte.
  • Stellen definieren die konkrete Funktion oder Rolle innerhalb einer Planstelle.
  • Aufgaben dokumentieren die Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten einer Stelle.

Der eigentliche Mehrwert entsteht durch die Beziehungen zwischen diesen Objekten. Eine Planstelle gehört beispielsweise zu einer Organisationseinheit, übernimmt definierte Aufgaben und kann einem Mitarbeitenden zugeordnet werden. Dadurch entsteht eine vollständige Organisationshierarchie, die jederzeit einen aktuellen Überblick über Verantwortlichkeiten und Berichtslinien bietet.

Die folgende Grafik veranschaulicht nochmal beispielhaft die Aufbauorganisation:

SAP OM

Abbildung 1 Grafische Darstellung Aufbauorganisation in SAP OM

Infotypen

SAP OM speichert die Eigenschaften aller Organisationsobjekte in sogenannten Infotypen. Diese enthalten beispielsweise Informationen zu Bezeichnungen, Arbeitszeiten, Kostenstellen, Gültigkeitszeiträumen oder den Beziehungen zwischen einzelnen Objekten.

Da Unternehmen ihre Organisationsstruktur kontinuierlich anpassen, lassen sich Infotypen jederzeit ergänzen, ändern oder zeitlich begrenzen. So können Personalabteilungen organisatorische Veränderungen vorbereiten, ohne bestehende Strukturen zu beeinträchtigen.

Grafische Organisationsansichten

Zusätzlich stellt SAP OM eine grafische Organisationsansicht bereit. Anwender können Hierarchien übersichtlich visualisieren und Organisationseinheiten oder Planstellen per Drag-and-drop neu zuordnen. Das erleichtert insbesondere Umstrukturierungen, Fusionen oder den Aufbau neuer Geschäftsbereiche.

Gerade in großen Unternehmen verbessert die grafische Darstellung die Transparenz und unterstützt Führungskräfte dabei, Auswirkungen organisatorischer Änderungen frühzeitig zu erkennen.

Typische Einsatzszenarien

Unternehmen nutzen SAP OM heute weit über die klassische Aufbauorganisation hinaus. Typische Anwendungsfälle sind:

  • Abbildung projektbasierter und agiler Organisationsstrukturen
  • Unterstützung hybrider Arbeitsmodelle und standortübergreifender Teams
  • Analyse von Organisationskennzahlen wie Führungsspannen oder Hierarchietiefen
  • Auswertung von Organisationsdaten mit Lösungen wie SAP Analytics Cloud

Insbesondere in Kombination mit SAP SuccessFactors entstehen zusätzliche Möglichkeiten, beispielsweise durch KI-gestützte Analysen, moderne Workflows und mobile Self Services für Führungskräfte und Mitarbeitende.

Herausforderungen und Best Practices

Eine aktuelle und konsistente Organisationsstruktur ist entscheidend für effiziente HR-Prozesse. Werden Organisationsdaten manuell gepflegt oder nicht regelmäßig aktualisiert, können fehlerhafte Zuordnungen, doppelte Planstellen oder unklare Verantwortlichkeiten entstehen.

Mit diesen Best Practices sichern Unternehmen eine hohe Datenqualität:

  • Organisationsdaten regelmäßig prüfen und bereinigen
  • Rollen und Berechtigungen eindeutig definieren
  • Organisationsänderungen zunächst in Planvarianten testen
  • Workflows und Genehmigungsprozesse automatisieren
  • On-Premise- und Cloud-Systeme über Standardschnittstellen synchronisieren

Transformation von SAP OM

Für Unternehmen, die das klassische SAP Organisationsmanagement im SAP-HCM-Umfeld einsetzen, steht im Jahr 2026 weniger die funktionale Weiterentwicklung als vielmehr die langfristige Transformation der HR-Systemlandschaft im Vordergrund. Eine eigenständige Roadmap für SAP OM existiert nicht. Stattdessen ist OM Bestandteil der allgemeinen SAP-HCM-Strategie und der Transformationspfade in Richtung SAP HCM für S/4HANA sowie SAP SuccessFactors.

Der Fokus liegt auf der Stabilität bestehender Prozesse, der Sicherstellung der Kompatibilität und der schrittweisen Modernisierung der HR-Landschaft. Das klassische Organisationsmanagement bleibt dabei weiterhin eine wichtige Grundlage für Organisationsstrukturen, insbesondere in bestehenden SAP-HCM-Systemen und hybriden Szenarien.

Langfristig empfiehlt SAP den Übergang zu SAP SuccessFactors Employee Central als strategische Zielplattform. Dort werden Organisationsstrukturen und HR-Prozesse in einem cloudbasierten Ansatz abgebildet und kontinuierlich weiterentwickelt. Für viele Unternehmen bietet sich ein schrittweiser Transformationspfad an, bei dem bestehende SAP-HCM-Systeme zunächst weiterbetrieben und SuccessFactors sukzessive eingeführt wird.

Unser E-Book zu den SuccessFactors Employee Central

E-Book: SuccessFactors Employee Central

Standardmodule oder individuelle Anpassung? Was Sie bei der Employee Central Einführung beachten müssen.

Fazit

SAP OM bildet das organisatorische Fundament vieler HR-Prozesse. Das Modul schafft Transparenz über Unternehmensstrukturen, unterstützt die Stellen- und Organisationsplanung und liefert die Datenbasis für Workflows, Berechtigungen und weitere HCM-Anwendungen.

Auch wenn SAP seine Strategie klar auf SuccessFactors ausgerichtet hat, bleibt SAP OM für viele Unternehmen in den nächsten Jahren noch ein wichtiger Bestandteil ihrer HR-Landschaft. Es lohnt sich aber für alle Unternehmen, die Migration in die Cloud frühzeitig zu planen, um von modernen HR-Funktionen, automatisierten Prozessen und kontinuierlichen Innovationen zu profitieren.

Haben Sie Fragen zu SAP OM? Dann kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich drauf, Ihnen weiterzuhelfen.

Websession: SAP OM

Nadja Messer Kundenservice

Sollten Sie Fragen zu uns und unserer Arbeit oder konkret zu Umstellungsprojekten haben, dann vereinbaren Sie eine kostenlose Websession mit uns.

FAQ

Ist SAP OM auch in Zukunft relevant?

Ja. Unternehmen mit SAP ERP HCM oder SAP HCM for SAP S/4HANA nutzen SAP OM weiterhin zur Verwaltung ihrer Organisationsstruktur. Langfristig empfiehlt SAP jedoch den Umstieg auf SAP SuccessFactors Employee Central.

Welche Vorteile bietet SAP OM?

SAP OM bringt Transparenz in die Unternehmensorganisation und unterstützt unter anderem die Stellenplanung, Genehmigungsprozesse, das Berechtigungsmanagement sowie den SAP Business Workflow. Eine zentrale Datenbasis reduziert den Pflegeaufwand und verbessert die Datenqualität.

Lässt sich SAP OM mit SAP SuccessFactors kombinieren?

Ja. Viele Unternehmen setzen während der Transformation auf hybride Systemlandschaften. Über Integrationsszenarien können Organisationsdaten zwischen SAP HCM und SAP SuccessFactors synchronisiert werden, sodass bestehende Prozesse während der Migration weiterlaufen.

Wann lohnt sich die Migration zu SAP SuccessFactors?

Eine Migration empfiehlt sich, wenn Unternehmen ihre HR-Prozesse modernisieren, Cloud-Funktionen nutzen oder von regelmäßigen Innovationen profitieren möchten. Der Wechsel erfolgt häufig schrittweise, um bestehende Systeme und Prozesse kontrolliert abzulösen.

Wer kann mir beim Thema SAP OM helfen?

Wenn Sie Unterstützung zum Thema SAP OM benötigen, stehen Ihnen die Experten von ActivateHR, dem auf dieses Thema spezialisierten Team der mindsquare AG, zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.