Shawn Conley Sweeney
26. Januar 2026

Vom Einstieg bis zum Exit: Lebensphasenorientiertes Personalmanagement

Lebensphasenorientiertes Personalmanagement

Karrierewege sind nicht mehr linear. Wer die Lebensphasen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ignoriert, riskiert, wertvolle Talente zu verlieren. Lebensphasenorientiertes Personalmanagement setzt genau hier an: Es befähigt Unternehmen, Menschen in jeder Lebenssituation zielgerichtet zu gewinnen, zu entwickeln und zu halten. Klingt vielversprechend? Ist es auch. Wenn Sie mehr über diesen Ansatz erfahren möchten und warum dieser immer wichtiger wird, lesen Sie weiter.

Was ist lebensphasenorientiertes Personalmanagement?

Lebensphasenorientierung bedeutet, Mitarbeiter nicht nur als Arbeitskräfte zu sehen, sondern als Menschen, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden und unterschiedliche Bedürfnisse haben. Arbeitgeber übernehmen bei dieser Form der Personalführung bewusst Mitverantwortung dafür, dass sich berufliche Anforderungen und privates Leben gut miteinander vereinbaren lassen.

Im Kern geht es um Flexibilität: Mitarbeiter sollen die Möglichkeit haben, auf private Herausforderungen oder Projekte angemessen zu reagieren, etwa bei der Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, gesundheitlichen Themen oder Veränderungen im persönlichen Umfeld. Gleichzeitig berücksichtigt eine lebensphasenorientierte Personalpolitik auch positive Aspekte außerhalb des Jobs, wie Ehrenamt, Hobbys oder persönliche Weiterbildung.

Damit grenzt dieser Ansatz sich von Standardprozessen des HR ab, bei denen die Firmeninteressen sich zwar an Lebensphasen orientieren, aber nicht das Individuum in den Fokus stellen.

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Warum wird lebensphasenorientiertes Personalmanagement zunehmend wichtig?

Die aktuellen Trends in der Arbeitswelt machen den Wandel zu diesem Ansatz wichtig:

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel: Mit schrumpfenden Arbeitsmärkten steigt der Wettbewerb um gute Mitarbeiter. Unternehmen, die auf individuelle Lebenssituationen eingehen, stärken ihre Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung.

Vielfalt und Generationenmix: In Unternehmen arbeiten heute mehrere Generationen mit sehr unterschiedlichen Erwartungen an Arbeit, Karriere und Work-Life-Balance zusammen. Während jüngere Mitarbeiter Flexibilität, Sinn und Entwicklungsmöglichkeiten priorisieren, legen erfahrenere Beschäftigte häufig mehr Wert auf Stabilität, Wertschätzung und planbare Übergänge in spätere Karrierephasen.

Wertewandel bei den Mitarbeitern: Der Wertewandel der Mitarbeiter zeigt sich deutlich in veränderten Erwartungen an den Arbeitgeber. Themen wie Work-Life-Balance, sinnstiftende Arbeit und zeitliche sowie räumliche Flexibilität gewinnen an Bedeutung, insbesondere bei jüngeren Generationen. Karriere wird weniger als reiner Aufstieg verstanden, sondern als individueller Entwicklungsweg.

Mental Health und nachhaltige Leistungsfähigkeit: Mentale Gesundheit rückt stärker in den Fokus. Mitarbeiter erwarten zunehmend ein Arbeitsumfeld, das psychische Gesundheit ernst nimmt und Überlastung aktiv vorbeugt. Präventive Maßnahmen, realistische Arbeitslasten und eine offene Gesprächskultur werden zu zentralen Erfolgsfaktoren. Unternehmen, die mentale Gesundheit fördern, sichern langfristig Motivation, Leistungsfähigkeit und Bindung.

Lebensphasen auf einen Blick und wie HR Mitarbeiter unterstützen kann

Um zu verstehen, wo Sie mit Ihrem Unternehmen ansetzen können, um den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeiter besser gerecht zu werden, lohnt es sich, den Blick auf die verschiedenen Lebensphasen zu richten.

Berufseinstieg: In dieser Phase ist die Neugier, aber auch die Unsicherheit besonders groß. Daher gilt es, junge Mitarbeiter zu begleiten, Sicherheit zu vermitteln und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Besonders sinnvoll sind Mentoringprogramme, Weiterbildungen und Aufstiegsprogramme.

Rush Hour des Lebens: Es folgt eine anspruchsvolle Lebensphase, in der viele Mitarbeiter den Spagat zwischen Karriere und Familie meistern. Nicht nur Elternschaft, sondern möglicherweise auch die Pflege Angehöriger fordern ein Arbeitsumfeld, das mit Flexibilität unterstützt, beispielsweise in Form von flexiblen Arbeitszeiten oder Angeboten wie Ferienbetreuung oder Kindergartenzuschüsse. Teamevents können die Bindung zu Mitarbeitern aufrechterhalten, wenn diese ihren Job aus familiären Gründen zeitweise ganz pausieren.

Rückkehr: Mitarbeiter, die aus Eltern- oder Pflegezeit zurückkehren, benötigen gezielte Rückkehr-Programme, Fortbildungen und Kontaktmöglichkeiten zur Organisation während der Pause.

Mid-Career und Weiterentwicklung: Fortlaufende Weiterbildung, Karriere-Anpassungen und Entwicklungsangebote, zum Beispiel in Form von Rollenwechseln oder Fachkarrieren, sind entscheidend, um bei Mitarbeitern in der Mitte ihres Lebens Motivation, Leistungsfähigkeit und Unternehmensbindung zu erhalten.

Übergang in den Ruhestand: In der letzten Berufsphase haben Mitarbeiter häufig den Wunsch, ihre Erfahrungen weiterzugeben und kürzer zu treten. Unternehmen können unterstützen, indem sie strukturierte Angebote zum Wissenstransfer und Alumni-Programme organisieren und Übergangsmodelle wie Teilzeit oder projektbezogene Tätigkeiten anbieten. Eine bewusste Einbindung bis zum letzten Tag erhält die Motivation und signalisiert Wertschätzung.

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Die Best Practices im HR für lebensphasenorientiertes Management

Damit Lebensphasenorientierung messbaren Mehrwert stiftet, für Mitarbeiter und Unternehmen, braucht es die Übersetzung in konkrete HR-Maßnahmen. Instrumente, die sich in unterschiedlicher Ausgestaltung über alle Lebensphasen hinweg bewährt haben:

  • Flexible Arbeitszeitmodelle: Homeoffice, Gleitzeit, Teilzeitoptionen, Job-Sharing und Sabbaticals
  • Individualisierte Entwicklungsprogramme: Mentoring, Coaching, Weiterbildung
  • Betreuung von Übergängen: Willkommensprogramme, Re-Onboarding nach Unterbrechungen, strukturierte Exit- und Alumni-Managementprozesse
  • Führung im Dialog: Gespräche, regelmäßiges Feedback und Sensibilisierung der Führungskräfte
  • Gesundheitsangebote: Gesundheitsprogramme, ergonomische Arbeitsplätze, psychologische Unterstützung, Sportangebote

Strategische Integration in die Personalarbeit

Lebensorientiertes HR-Management ist kein Einzelprojekt, sondern sollte zum integralen Bestandteil der Personalarbeit werden.

  1. Verankerung im Leitbild
    Das Leitbild des Unternehmens sollte Lebensphasenorientierung als festen Wert ausweisen. Leitlinien schaffen Orientierung und Legitimation.
  2. KPIs definieren
    Messgrößen wie Mitarbeiterzufriedenheit, Fluktuationsrate, Nutzung flexibler Arbeitsmodelle oder Wiedereinstiegsquoten helfen, den Erfolg zu messen und Steuerungsmöglichkeiten zu etablieren.
  3. Zusammenspiel von Diversität und Inklusion
    Lebensphasenorientierung ergänzt Diversity-Strategien, indem sie Vielfalt nicht nur nach demografischen Merkmalen, sondern auch nach Lebenslagen anerkennt und integriert.
  4. Digitalisierung und Datenunterstützung
    Digitale HR-Tools ermöglichen personalisierte Angebote, Self-Service-Portale und Datenanalysen, um Bedarfe frühzeitig zu erkennen.

Digitale HR-Tools ermöglichen personalisierte Angebote, Self-Service-Portale und Datenanalysen, um Bedarfe frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Lebensphasen verstehen, Zukunft gestalten

Lebensphasenorientierte Personalpolitik verbindet wirtschaftliche Interessen mit einem modernen Verständnis von Mitarbeiterführung. Sie ist ein effektives Mittel, um aktuellen HR-Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Quiet Quitting und hohe Fluktuation zu begegnen. Unternehmen, die die Lebensrealitäten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst nehmen, schaffen nicht nur bessere Arbeitsbedingungen. Sie sichern sich langfristig Motivation, Leistungsfähigkeit und Loyalität.

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FAQs

1) Was versteht man unter lebensphasenorientiertem Personalmanagement?

Lebensphasenorientiertes Personalmanagement berücksichtigt die individuellen Lebenssituationen von Mitarbeitern – von der Familiengründung bis zum Ruhestand. Ziel ist es, berufliche Anforderungen flexibel mit privaten Bedürfnissen zu vereinbaren und Mitarbeitende in jeder Lebensphase gezielt zu unterstützen.

2) Welche Lebensphasen werden im Personalmanagement besonders berücksichtigt?

Wichtige Phasen sind der Berufseinstieg, die Rush Hour des Lebens mit Familien- oder Pflegeverantwortung, Rückkehrphasen nach Unterbrechungen, die Mid-Career-Phase mit Weiterentwicklung sowie der Übergang in den Ruhestand. Jede Phase bringt unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen mit sich.

3) Welche konkreten Maßnahmen gehören zu einem lebensphasenorientierten HR-Management?

Best Practices sind beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle, Mentoring, Coaching, Wiedereinstiegsprogramme, Gesundheitsangebote und Führung auf Augenhöhe. Wichtig ist eine kontinuierliche Anpassung der Maßnahmen an die Bedürfnisse der Mitarbeiter.

Shawn Conley Sweeney

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Als Management- & Technologieberater unterstütze ich HR-Abteilungen von der strategischen HR-IT-Planung über die Tool-Auswahl bis hin zur Implementierung dabei, HR-Prozesse effizienter zu gestalten und mit der passenden Software zu vereinfachen.

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