Mitarbeiterfluktuation in Unternehmen – Gründe und Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Was ist Mitarbeiterfluktuation?
Mitarbeiterfluktuation bezeichnet die natürlichen Veränderungen in der Belegschaft eines Unternehmens: Bestehende Mitarbeitende scheiden aus und werden durch neue Talente ersetzt. Solange sich die Fluktuation in einem geringen/normalen Rahmen (ca. 15-18 % je nach Branche) bewegt, stellt sie in der Regel kaum ein Problem für Unternehmen dar – sie gehört einfach dazu. Eine hohe Mitarbeiterfluktuation hingegen ist von Nachteil: Verlassen Mitarbeitende das Unternehmen, verlieren Sie auch deren Fachwissen und Kompetenz. Zudem müssen Sie die Stelle neu besetzen, was Aufwand und Kosten für Sie bedeutet.
Außerdem kann sich eine hohe Fluktuation negativ auf das Arbeitsklima und die Unternehmenskultur auswirken.
Auf der anderen Seite bringen neue Mitarbeitende auch immer frische Ideen und Perspektiven mit in das Unternehmen, was die Kreativität und Innovation im Team fördert.
Um die Fluktuationsquote zu berechnen, können Sie folgende Formeln anwenden:
Was sind die Gründe für Mitarbeiterfluktuation?
Die Gründe, aus denen sich Mitarbeitende entscheiden, ein Unternehmen zu verlassen und neue Wege einzuschlagen, sind subjektiv und sehr vielfältig. Grundsätzlich werden vier wesentliche Treiber (in unterschiedlicher Ausprägung) für Fluktuation unterschieden:
Emotionale Gründe
Hier geht es vor allem um Unzufriedenheit in Bezug auf die Arbeitsinhalte oder die Arbeitsweise, das soziale Umfeld innerhalb des Unternehmens oder allgemein die Unternehmenskultur. Mitarbeitende, die sich aus emotionalen Gründen entscheiden, ihre Stelle aufzugeben, fühlen sich also aus verschiedenen Gründen an ihrem Arbeitsplatz nicht wohl.
Rationale Gründe
Zu den rationalen Gründen zählen Unzufriedenheit mit der Vergütung, den Förderungsangeboten und Aufstiegsmöglichkeiten sowie mit der Arbeitsbelastung. Mitarbeitende, die rationale Gründe für eine Kündigung haben, sind mit der Arbeit und dem Arbeitsumfeld an sich zufrieden, allerdings stimmen für sie die Rahmenbedingungen nicht.
Persönliche Gründe
Persönliche Gründe für einen Jobwechsel betreffen nicht die Arbeit an sich, sondern werden von dem privaten Umfeld der Mitarbeitenden beeinflusst: Hierzu gehört bspw. ein Umzug in eine andere Stadt, Familienplanung, etc.
Externe Gründe
Zu den externen Gründen zählt bspw. die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes: Herrscht gerade eine hohe Arbeitslosigkeit, sind Arbeitnehmer weniger geneigt, den Job zu wechseln als bei einer guten Konjunktur.
Arten von Mitarbeiterfluktuation
Fluktuation ist nicht gleich Fluktuation – allgemein werden drei Arten von Mitarbeiterfluktuation unterschieden:
Natürliche Mitarbeiterfluktuation
Wenn das Ausscheiden von Mitarbeitenden aus dem Unternehmen abzusehen ist, spricht man von natürlicher Fluktuation. Diese liegt bspw. dann vor, wenn:
- Mitarbeitende altersbedingt ausscheiden
- Sich ein vereinbarter Zeitvertrag dem Ende neigt
- Mitarbeitende in Elternzeit gehen
Unternehmensinterne Mitarbeiterfluktuation
Verlassen Mitarbeitende das Unternehmen nicht, sondern wechseln nur ihre interne Position, weil sie bspw. aufsteigen oder umschulen, ist von unternehmensinterner Fluktuation die Rede.
Unternehmensexterne Mitarbeiterfluktuation
Man spricht von unternehmensexterner Fluktuation, wenn Mitarbeitende einen bestehenden Arbeitsvertrag kündigen, um das Unternehmen zu verlassen. Verlässt der/die Mitarbeitende das Unternehmen bereits innerhalb der ersten 12 Monate nach der Anstellung, liegt ein Sonderfall der externen Fluktuation vor, die sog. Frühfluktuation.
Externe und Frühfluktuation stellen das größte Risiko für Unternehmen dar, da diese Personalbewegungen schwierig vorhersehbar sind und unabsehbare finanzielle Belastungen verursachen.
Kosten der Mitarbeiterfluktuation
Die Fluktuation von Mitarbeitenden verursacht Kosten für Ihr Unternehmen. Dabei werden direkte und indirekte Kosten unterschieden:
Direkte Kosten
Scheidet ein/-e Mitarbeitende/-r aus dem Unternehmen aus, ergeben sich Kosten in drei verschiedenen Phasen:
- Der/die Mitarbeitende befindet sich noch im Unternehmen (Trennungsphase). Hier entstehen für das Unternehmen Kosten bspw. für Kündigungsgespräche und evtl. Abfindungen.
- Der/die Mitarbeitende hat das Unternehmen verlassen. Für den Arbeitgeber ergeben sich nun Kosten für Stellenausschreibungen und den gesamten Recruiting-Prozess.
- Das Unternehmen hat einen Ersatz für die vakante Stelle gefunden und trägt die Kosten für den gesamten Onboarding- und Trainings-Prozess, bis der/die neue Mitarbeitende ein vollwertiges Teil des Teams ist.
Indirekte Kosten
Indirekte Kosten entstehen vor allem durch den Motivations- und damit Produktivitätsverlusts des/der scheidenden Mitarbeitenden. Diese Kosten sind schwer messbar und werden daher von den meisten Unternehmen vernachlässigt.
So können Sie der Fluktuation entgegenwirken
Wie oben bereits erwähnt ist Fluktuation natürlicher Bestandteil eines jeden Unternehmens und lässt sich damit nicht gänzlich vermeiden – das ist auch nicht erstrebenswert. Vielmehr ist es die Aufgabe der Personalabteilung Ihres Unternehmens, Fluktuation gezielt zu steuern.
Das wirksamste Mittel, um einer zu hohen Fluktuation entgegenzuwirken, ist Mitarbeiterbindung. Diese erreichen Sie vor allem, indem Sie offen und flexibel mit den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeitenden umgehen und diesen bspw. Folgendes ermöglichen:
- Anpassung der Arbeitsinhalte
- Anpassung der Arbeitsbelastung und Vergütung
- Angebot neuer Karriere- und Entwicklungsperspektiven
- Förderung der sozialen Zugehörigkeit zum Unternehmen (z. B. durch Teambuilding-Maßnahmen)
Weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, sind:
- Verbesserung des Einstellungsprozesses (damit Mitarbeitende und Unternehmen sicher sein können, die richtige Wahl getroffen zu haben, um Frühfluktuation zu vermeiden)
- Anerkennung und Wertschätzung der Beschäftigten für mehr Motivation
- Regelmäßige Feedbackgespräche/Mitarbeitergespräche
- Positives Betriebsklima
- Modernes, digitales Arbeitsumfeld: Stichworte „New Work“ & „HR-Transformation“
HR-Transformation gegen Mitarbeiterfluktuation
Besonders für die HR-Abteilung ist es in den heutigen Zeiten herausfordernd, qualifiziertes Personal zu finden und auch zu halten. Der Ausweg kann sein, eine starke und moderne Arbeitgebermarke zu werden. Somit gewinnt HR in Unternehmen immer mehr an Bedeutung als wichtiger Wertschöpfungstreiber und ist gefordert, digitaler zu werden. Ziel der Digitalisierung in der HR-Abteilung ist es, administrative Aufgaben zu standardisieren und zu automatisieren, damit den HR-Beschäftigten mehr Raum für beratende Tätigkeiten bleibt. Mit effizienten HR-Lösungen, die sich schnell und intuitiv bedienen lassen, geben Sie Ihren Mitarbeitenden moderne Tools mit an die Hand, die ihren Arbeitsalltag erleichtern und gleichzeitig ihren Arbeitsplatz attraktiver gestalten. In meinem Webinar „HR-Cloud-Suiten im Vergleich: SuccessFactors vs. Workday vs. Umantis“ spreche ich genau diese Herausforderungen der HR-Abteilungen an und stelle Ihnen die drei Lösungen für die Digitalisierung Ihrer HR-Abteilung vor. Seien Sie gerne dabei!
So senken Sie Frühfluktuation
Um Frühfluktuation effektiv entgegenzuwirken, setzen Sie am besten bereits beim Einstellungsprozess an. Durch zielgerichtetes Recruiting tragen HR-Mitarbeitende dazu bei, die Fluktuation im Unternehmen so gering wie möglich zu halten.
Mit einem auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Onboarding stellen Sie sicher, dass neue Mitarbeitende ihren Aufgaben am Arbeitsplatz gewachsen sind und die Unternehmenswerte teilen. Neben der fachlichen Einarbeitung sollte auch die soziale Integration eine tragende Rolle spielen. Wenn sich neue Mitarbeitende von Anfang an als vollwertiges Mitglied des Teams fühlen, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen Kündigung.
Kostenlose Websession: Mitarbeiterfluktuation
Haben sie noch Fragen zum Thema Mitarbeiterfluktuation oder wünschen sich Unterstützung, um dieser entgegenzuwirken? Melden Sie sich gerne persönlich bei uns. In einem unverbindlichen Gespräch schauen wir uns Ihre Ausgangslage an, sprechen über Ihre Herausforderungen und denken frei über Lösungsansätze nach.
FAQ
Was ist Mitarbeiterfluktuation?
Unter Mitarbeiterfluktuation versteht man das Austreten von alten Mitarbeitenden und das Eintreten von neuem Personal im Unternehmen. Sie beschreibt also die natürlichen Veränderungen in der Unternehmensbelegschaft.
Welche Gründe gibt es für Mitarbeiterfluktuation?
Warum Mitarbeitende aus dem Unternehmen ausscheiden wollen, liegt an vielen individuellen Gründen und kann somit nicht immer konkret erläutert werden. Jedoch können die Gründe in folgende Kategorien gegliedert werden: persönliche, emotionale, rationale und externe Gründe.
Welche Arten von Mitarbeiterfluktuation gibt es?
Es gibt natürliche Mitarbeiterfluktuation, bei der Mitarbeitende aufgrund vorhersehbarer Faktoren, wie dem Alter oder dem Ende eines Zeitvertrags ausscheiden, interne Fluktuation, bei der Mitarbeitende ihre Position im Unternehmen wechseln und externe Fluktuation, bei der sie das Unternehmen verlassen. Ein besonderer Fall, die Frühfluktuation, liegt dann vor, wenn Mitarbeitende sich innerhalb der ersten 12 Monate nach Anstellung dazu entscheiden, das Unternehmen wieder zu verlassen.
Welche Kosten verursacht Mitarbeiterfluktuation für Unternehmen?
Ausscheidende Mitarbeitende verursachen dem Unternehmen in drei Phasen Kosten:
- In der Phase zwischen Kündigung und Ausscheiden des/der Mitarbeitenden
- Nachdem der/die Mitarbeitende das Unternehmen verlassen hat und dieses eine/-n Nachfolgenden rekrutieren muss.
- In der Onboarding-Phase des/der Nachfolgenden.
Wie können Sie die Mitarbeiterfluktuation in Ihrem Unternehmen gering halten?
Um die Fluktuation in Ihrem Unternehmen gering zu halten, bieten sich Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Die effektivste ist wohl die Mitarbeiterbindung, die Sie erreichen, indem Sie gezielt auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Talente eingehen.