Guido Klempien
 - 21. April 2020

Die „Ressource“ wird zum „Mensch“: SAP HCM wird SAP HXM

Human Resources

Begriffe wie Human Resorces und Human Capital Management deuten es schon an: In der HR-Welt hat sich über Jahre das Bild des Menschen als „Ressource“ gefestigt. Der Mitarbeiter und seine Bedürfnisse stehen an zweiter Stelle – gleich hinter dem Fokus auf Profit. SAP nimmt nun einen Fokuswechsel vor und konzentriert sich mit SAP Human Experience Management (HXM) mehr auf die „Experience“, also die Mitarbeitererfahrung. Aber worum genau handelt es sich bei SAP HXM – und was macht es so anders als das HCM?

SuccessFactors Roadmap - Die SAP HR/HCM Berater

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Status quo: Der Mensch als „Ressource“

Endlich erhält die Digitalisierung in den letzten Jahren auch vermehrt Einzug in die HR-Abteilungen der Unternehmen. Im Zentrum der traditionellen HCM-Systeme steht dabei vor allem eines: Die Automatisierung und der direkte Zugriff auf Daten und Systeme, die in erster Linie die Geschäftsprozesse der Personalabteilung unterstützen. Das System verfolgt in einer hierarchischen Struktur jeden Schritt im Prozess der Mitarbeiter – ob Einstellung, Einarbeitung, Leistungsbewertung oder Weiterentwicklung . Die Prozesse werden von oben nach unten vorangetrieben.

Keine Frage, die Personalabteilung erhält durch die Sammlung solcher Betriebsdaten einen umfassenden Einblick in das „Was“ im Personalbereich. Sie können geschäftskritische Informationen (wie zum Beispiel eine hohe Fluktuation) schnell und übersichtlich daraus ablesen.

Während im Zuge des UX-Trends die Systemdesigns dabei klar verbessert wurden, bleibt eines aber immer noch außen vor: das eigentliche Nutzererlebnis der Mitarbeiter. Ihre Bedürfnisse und Motivationen. Oder anders gesagt: eine Antwort auf das „Warum“ der Personalprozesse.

Perspektivenwechsel bei SAP: Human Experience

Alte HCM-Systeme decken schlichtweg die gestiegenen Erwartungen der Mitarbeiter an die HR-Abteilungen nicht mehr ab. Auch aktuelle Untersuchungen belegen es: Mitarbeiter brauchen positive Erlebnisse! Denn die sorgen nicht nur für mehr Zufriedenheit in der Belegschaft (und somit auch für weniger Fluktuation), sondern verbessern auch deutlich die Geschäftsergebnisse.

Ein neuer Fokus muss her – und den setzt nun SAP. Mit der Einführung von SAP HXM bieten sie eine Weiterentwicklung des traditionellen HCM an. HXM heißt ausgeschrieben Human Experience Management. Im Klartext bedeutet es: Der Mitarbeiter und seine Erlebnisse stehen im Zentrum. Damit reagiert SAP auf seit Jahren vorherrschende Forschungsergebnisse. Denen zufolge ist die Mitarbeitererfahrung der Schlüssel zu mehr Engagement, Leistung und Unternehmensbindung. Das begünstigt letztendlich auch das Unternehmenswachstum.

Diesen Perspektivenwechsel kündigt die SAP sogar als das Ende der alten HCM-Kategorie an: „The days of transactional HCM are over“, hat Co-CEO Jennifer Morgan schon Ende 2019 verkündet. Die HXM-Kategorie scheint gekommen, um zu bleiben. Daher spricht die SAP auch bei SuccessFactors konsequenterweise fortan von der SuccessFactors HXM Suite.

Aber was genau macht SAP HXM so anders?

Wir notieren uns:

  • SAP HXM will Erlebnisse schaffen, von denen zu allererst die Mitarbeiter, Teams und Organisationseinheiten profitieren. Diese können wiederum somit noch besser zum Unternehmenserfolg beitragen.

Und wie kann das nun umgesetzt werden?

Um das Ziel zu erreichen, soll laut SAP die HXM Suite auf drei Säulen aufgebaut werden. Die SAP will an einigen Stellschrauben drehen, um die Mitarbeitererfahrungen der Endanwender auf ein neues Level zu heben:

  1. HR-Neuausrichtung auf Endanwender: Wenn ein Projektleiter für ein Großprojekt in kurzer Zeit sein Team zusammenstellen muss, muss er schnell einzelne Schritte abarbeiten. Nach den alten HR-Betriebsmodellen handelt es sich dabei um voneinander unabhängige Abläufe, die auch so im HCM-System abgebildet sind. Eine Neuausrichtung auf den Anwender bedeutet, es wird überlegt: Was braucht der Projektleiter, um schnell sein Ziel zu erreichen und ein effizientes Team zusammenzustellen? Und wie können wir das möglichst mit Hilfe eines automatisierten Prozesses erreichen?
  2. Einsatz von intelligenten Technologien: Mit Hilfe von Technologien wie Machine Learning und einer integrierten Chatfunktion soll das Erlebnis der Mitarbeiter optimiert werden. Beispielsweise können so Trainingsempfehlungen ausgesprochen oder Denkanstöße und Tipps für den individuellen Karriereverlauf der Mitarbeiter gegeben werden. All das zielt darauf ab, dass der Mitarbeiter sich wertgeschätzt und beachtet fühlt und bei seiner Arbeit unterstützt wird.
  3. Erhebung von X-Daten: Weiter oben habe ich es schon erwähnt: Im traditionellen HCM-System werden hauptsächlich Betriebsdaten – auch „O-Daten“ genannt – für das „Was“ gesammelt. Beispielsweise die Akzeptanzrate oder Fluktuationsquote. HXM sammelt zusätzlich noch Erlebnis- oder Erfahrungsdaten der Mitarbeiter – genannt „X-Daten“ – für das „Warum“. Das wird beispielsweise durch regelmäßige Umfragen umgesetzt. Diese können in der HXM Suite erfasst werden und ermöglichen einen klaren 360°-Blick und kontinuierliches Feedback für die Personalprozesse. Die HR-Abteilung weiß genau, wo und warum ihre Maßnahmen gut funktionieren und warum nicht.

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Was lange währt…

Die SAP hat eines mehr als deutlich gemacht: Das Zeitalter des Human Capital Management ist vorbei, lang lebe das Human Experience Management! Meine Meinung dazu: Ich finde den Perspektivenwechsel von dem Mitarbeiter als schlichte „Ressource“ zu dem Mitarbeiter als Dreh- und Angelpunkt der HR-Prozesse sehr erfrischend. Besonders der neue Fokus auf seine Bedürfnisse gefällt mir gut. Etabliert es sich in Ihrem Unternehmen, ist es eine neue Art und Weise, sich mit Ihren Mitarbeitern auseinanderzusetzen, sie weiterzuentwickeln und schlussendlich an Ihr Unternehmen zu binden. Der Wechsel zur HXM-Kategorie kann also auch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil für Ihr Unternehmen bedeuten. Die HR-Zukunft wird noch spannend!

Guido Klempien

Guido Klempien

Als Fachbereichsleiter von ACTIVATEHR freue ich mich immer über spannende Herausforderungen. Es ist mein Ziel, jedes HR-Projekt zum Erfolg zu führen.

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