Sebastian Eßling
3. Januar 2025

HR-Software einführen: Den richtigen Implementierungspartner finden

Auswahl HR Software Implementierung

Wer heute eine HR-Software einführt, trifft eine strategische Entscheidung mit weitreichenden Folgen für die Effizienz der HR-Prozesse, die Datenqualität und die Compliance. Doch nicht nur die Wahl des richtigen Systems ist entscheidend: Auch der Implementierungspartner bestimmt maßgeblich darüber, ob das Projekt erfolgreich wird. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wie Sie strukturiert vorgehen.  

Die Herausforderungen 

Viele IT-Dienstleister werben mit ähnlichen Leistungsversprechen, unterscheiden sich in der Praxis jedoch deutlich hinsichtlich Projekterfahrung, Branchenkenntnis und Beratungsqualität. Für Unternehmen ist es nicht einfach, die tatsächliche Kompetenz eines Anbieters vor Projektbeginn realistisch zu bewerten.  

Die Entscheidung über einen Projektpartner sollte deshalb nicht von Einzelpersonen getroffen werden. Stakeholder aus allen relevanten Bereichen wie HR, IT, Datenschutz und Geschäftsführung sollten einbezogen werden. Denn die Einführung einer neuen HR-Software ist nicht nur ein IT-Projekt, sondern eine oft größere Transformation von Organisation und Zusammenarbeit.  

Woran Unternehmen einen kompetenten Implementierungspartner erkennen  

Ein erfahrener HR-Einführungspartner beherrscht nicht nur die ausgewählte Software, sondern fokussiert auf die messbare Verbesserung der HR-Prozesse. Er berücksichtigt das IT-Umfeld, geltende regulatorische Anforderungen und nimmt sich ausreichend Zeit für den Wissenstransfer.  

Die Auswahl an HR-Software ist riesig. Wir ermitteln in einem zielbasierten Prozess die für Sie beste HR-Anwendung und unterstützen Sie auch bei der Einführung Ihres Favoriten.

Verständnis für HR-Prozesse und Unternehmensanforderungen: Der Dienstleister sollte nicht nur Software-Funktionen erklären können, sondern Ihnen aufzeigen, welche Prozesse Sie digital optimieren könnten und sollten und mit Ihnen realistische Ziele der Einführung erarbeiten.   

  • Erfahrung mit vergleichbaren Projekten: Lassen Sie sich mit Referenzkunden aus Unternehmen ähnlicher Größe, Branche oder Organisationsstrukturen verbinden, um die tatsächliche Projekterfahrung des potenziellen Partners besser einzuschätzen. 
  • Realistische Projekt- und Ressourcenplanung: Zeitbedarf, interne Aufwände und Projektkosten sollte der Dienstleister nachvollziehbar kalkulieren.  
  • Kompetenz bei Integration und Datenmigration: Die Anbindung bestehender Systeme sowie die Übernahme von Datenbeständen gehören zu den kritischsten Projektphasen. Der Dienstleister sollte hier Routine nachweisen können.   
  • Kenntnisse regulatorischer Anforderungen: Datenschutz, Berechtigungskonzepte und Dokumentationspflichten sollten von Beginn an in die Implementierung einbezogen werden.  
  • Ausgeprägte Projekt- und Kommunikationskompetenz: Erfolgreiche Projektpartner koordinieren die involvierten Stakeholder. Sie moderieren Zielkonflikte und legen Wert auf transparente Entscheidungsprozesse.  
  • Strukturierter Wissenstransfer: Nach Projektabschluss sollten Sie Ihre HR-Lösung eigenständig betreiben und weiterentwickeln können. Gute Dienstleister bieten kontinuierlichen Service, verzichten aber auf Abhängigkeiten. 

Klären Sie diese Aspekte im Vorfeld des gemeinsamen Projekts, um unliebsame Überraschungen im Projektverlauf zu vermeiden. 

KI, Cloud und Co.: Neue Anforderungen an Implementierungspartner   

Die digitale und rechtliche Entwicklung der letzten Jahre war massiv. Best Practices von vor fünf Jahren sind heute veraltet. Implementierungspartner müssen neue Vorgaben und Marktrealitäten mitdenken.   

KI als Standard, nicht als Option 

Ob automatisierte Workflows oder KI-gestütztes Recruiting: KI-Funktionen sind fester Bestandteil moderner HR-Software. Ein fähiger IT-Partner kennt diese Möglichkeiten und setzt sie gezielt für Ihre Prozessoptimierung ein. 

EU AI Act: Neue Pflichten für HR-Anwendungen 

Der EU AI Act stuft KI-Systeme im Personalmanagement als Hochrisiko-Anwendungen ein. Damit sind Pflichten zur Risikoanalyse, Transparenz, Dokumentation und menschlichen Aufsicht verbunden. KI-gestützte HR-Anwendungen fallen in den Anwendungsbereich. Stellen Sie daher sicher, dass Ihr Implementierungspartner die aktuellen Vorschriften kennt und sie bei der Konzeption neuer Prozesse berücksichtigt.SaaS als Marktstandard 

Cloud-basierte Software nach dem SaaS-Modell ist heute der Standard für HR, mit regelmäßigen Updates durch den Anbieter. Das stellt besondere Anforderungen an den Implementierungspartner. Er muss erfahren sein in der Umsetzung von hybriden und Cloud-Architekturen, sollte eine DSGVO-konformer Datenspeicherung gewährleisten und eine laufende Betreuung anbieten.  

DSGVO-konformes Reporting 

DSGVO-konforme HR-Reporting-Funktionen sind heute ein Muss. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Dienstleisters darauf, dass er die datenschutzrechtlichen Anforderungen kennt und in der Lage ist, diese technisch korrekt umzusetzen. 

Erfahren Sie in diesem Webinar, wie Sie Ihre HR-IT-Transformation erfolgreich umsetzen, die passende HR-Software auswählen & implementieren.

Bewertungsmatrizen: Wie Unternehmen den Anbietervergleich objektivieren   

Für jede größere HR-Software finden Unternehmen zahlreiche spezialisierte Implementierungspartner am Markt. Um den Vergleich zügig und mit klarem Fokus auf die eigenen Prioritäten durchzuführen, hat sich der Einsatz von Bewertungsmatrizen bewährt, sowohl für die Dienstleister als auch für ihre konkreten Angebote. 

Dienstleistungsmatrix 

Erstellen Sie eine Matrix zur Auswahl Ihres Implementierungspartners. Sie sollte verschiedene Kriterien wie Kompetenz, Erfahrung, Flexibilität, Zusammenarbeit und Preis-Leistungs-Verhältnis beinhalten. So können Sie sicherstellen, dass Sie den für Ihr Unternehmen geeignetsten Partner finden.  

Angebotsbewertungsmatrix 

Eine Bewertungsmatrix ist auch hilfreich, um anschließend verschiedene Angebote strukturiert vergleichen zu können. Diese Matrix sollte nicht nur die Kompetenzen und die Softskills der Anbieter bewerten, sondern vor allem Informationen zu den Qualitäten und Projektreferenzen zusammentragen. 

Mehrere Dienstleister in einem Projekt: So gelingt die Zusammenarbeit  

Häufig ist nicht nur der Implementierungspartner, sondern auch ein weiterer Dienstleister am Projekt beteiligt, der unterstützend agiert oder bestimmte Teilbereiche des Projekts wie Payroll, Schnittstellenentwicklung oder Identity Management übernimmt. Dadurch entstehen zusätzliche Abstimmungsaufwände zwischen den Projektbeteiligten. 

Unklare Zuständigkeiten gehören zu den häufigsten Ursachen für Projektverzögerungen: Wer verantwortet die Datenmigration? Wer koordiniert die Schnittstellen? Wer entscheidet bei technischen oder fachlichen Konflikten? Solche Fragen sollten frühzeitig geklärt werden. 

Achten Sie deshalb darauf, dass der Implementierungspartner Erfahrung in der Steuerung komplexer Projektlandschaften mitbringt. Idealerweise übernimmt er eine koordinierende Rolle. Außerdem ist es wichtig, dass die Mitarbeiter der Dienstleister alle ähnliche Werte in Bezug auf eine Zusammenarbeit vertreten und so ein produktives, konstruktives Miteinander entsteht. 

Strukturierter Auswahlprozess für HR-Implementierungspartner 

Bei einem so zentralen Transformationsprojekt wie der Einführung einer neuen HR-Software kann die Auswahl eines passenden Implementierungspartners erfahrungsgemäß bis zu drei Monate dauern. Eine strukturierte Vorgehensweise ist elementar, um zu einer fundierten und langfristig zufriedenstellenden Entscheidung zu gelangen. 

Vorbereitung 

Im ersten Schritt geht es darum, präzise Anforderungen an die Software und den Dienstleister zu formulieren. Erstellen Sie eine detaillierte Ausschreibung, die alle relevanten Informationen zu den Anforderungen, Use Cases und dem geplanten Zeitrahmen enthält.  

Sie sollten auch Anforderungen an Soft Skills aufnehmen: Wie ist die Unternehmenskultur bei den potenziellen Partnern? Wie läuft die Zusammenarbeit mit einem externen Projektteam? Diese Informationen geben den potenziellen Partnern eine klare Vorstellung davon, was erwartet wird.  

Außerdem sollten Sie in dieser Phase die Qualität der Dienstleister abfragen – etwa durch Referenzen und vergangene Projekte. 

Ausschreibungsprozess 

Sichten Sie alle eingegangenen Angebote und bewerten Sie diese anhand der zuvor angesprochenen Bewertungsmatrix. Sie hilft, die Qualität und die Expertise der potenziellen Partner umfassend einzuschätzen und die Passung zu Ihrem Unternehmen zu bewerten.  

Ein guter Implementierungspartner zeichnet sich auch durch einen klaren, transparenten Projektplan aus, der zu den Anforderungen und der Kultur Ihres Unternehmens passt. 

Der richtige Partner ist entscheidend für langfristigen Erfolg der HR-Transformation 

Wenn Sie eine neue HR-Software einführen möchten, ist die Auswahl des richtigen Implementierungspartners eine zentrale Entscheidung. Sie bestimmt nicht nur den Erfolg der technischen Einführung, sondern auch die langfristigen Effizienzgewinne für Ihre HR-Prozesse. 

Gehen Sie den Auswahlprozess daher methodisch an, vom ersten Schritt der Ausschreibung bis zum finalen Onboarding. Nutzen Sie Bewertungsmatrizen, prüfen Sie Referenzen und nehmen Sie sich Zeit für persönliche Gespräche mit den potenziellen Projektteams. So gewinnen Sie ein realistisches Bild von Arbeitsweise, Projekterfahrung und Zusammenarbeit. 

Der beste Implementierungspartner ist nicht zwangsläufig der günstigste Anbieter, sondern derjenige, der Ihre Anforderungen versteht und Ihr Unternehmen am effektivsten bei der Weiterentwicklung Ihrer HR-Prozesse unterstützen kann. 

Checkliste: Wie gut sind Sie auf eine neue HR-Software vorbereitet?

In dieser Checkliste können Sie überprüfen, ob und wie weit Ihr Unternehmen bereit für eine neue HR-Software ist.

FAQ 

Warum ist die Wahl des Implementierungspartners so entscheidend?

Der Implementierungspartner beeinflusst nicht nur den kurzfristigen Projekterfolg, sondern auch die langfristige Effizienz Ihrer HR-Prozesse. Ein kompetenter Partner versteht Ihre Anforderungen, erkennt Herausforderungen frühzeitig und bringt aktuelle Kenntnisse zu KI und Compliance mit. 

Was sind wichtige Kriterien für die Auswahl eines Dienstleisters? 

  • Erklärkompetenz: Kann die Lösung verständlich dargestellt werden? 
  • Erfahrung: Hat der Anbieter relevante Referenzen, auch mit KI-gestützten HR-Systemen? 
  • Ressourcenplanung: Werden Kosten und Personalkapazitäten realistisch eingeschätzt? 
  • Compliance: Kennt der Partner die Anforderungen aus DSGVO und EU AI Act? 
  • Koordination: Wie wird die Zusammenarbeit mit weiteren Dienstleistern gehandhabt? 

Was ändert sich durch den EU AI Act beim HR-Software einführen?  

Ab August 2026 gelten für KI-gestützte HR-Anwendungen strenge Pflichten: Risikoanalysen, Dokumentation, Transparenz und menschliche Aufsicht sind verpflichtend. Der Implementierungspartner sollte diese Anforderungen kennen und bei der Umsetzung unterstützen können. 

Wie helfen Bewertungsmatrizen bei der Auswahl? 

  • Dienstleistungsmatrix: Bewertet Anbieter nach Kompetenz, Erfahrung, KI-Know-how und Preis-Leistungs-Verhältnis 
  • Angebotsbewertungsmatrix: Vergleicht Angebote hinsichtlich Qualität, Referenzen und individueller Anforderungen 

Was ist bei der Zusammenarbeit mit mehreren Dienstleistern zu beachten? 

Eine reibungslose Abstimmung zwischen Dienstleistern ist essenziell. Der Implementierungspartner sollte über Erfahrung in der Projektkoordination verfügen. Gemeinsame Werte für die Zusammenarbeit und eine klare Kommunikationsstruktur sind für den Projekterfolg genauso wichtig wie technische Kompetenz. 

 

Sebastian Eßling

Sebastian Eßling

Mein Name ist Sebastian Eßling und ich bin Bereichsleiter IT für HR bei der mindsquare AG. Seit mehr als 10 Jahren unterstütze ich Kunden aus den verschiedensten Branchen, wie z. B. Chemie, Maschinenbau & Fertigung, dem öffentlichen Sektor oder der Energieversorgung bei der Digitalisierung und Optimierung ihrer HR-Prozesse. Als Projektleiter habe ich bereits zahlreiche HR-Software-Implementierungen, Prozessoptimierungen und strategische Softwareauswahlen begleitet. In meiner Rolle als Trainer und Enabler sorge ich dafür, dass neue Systeme bei unseren Kunden nicht nur eingeführt, sondern auch erfolgreich im Alltag genutzt werden können.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!




Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Kontaktieren Sie uns!
Nadja Messer
Nadja Messer Kundenservice