Sebastian Eßling
 - 16. August 2019

Aktueller Stand zu Zeitwirtschaft und Abrechnung mit SuccessFactors

Zeitwirtschaft und Abrechnung in SuccessFactors

Seitdem die SAP das Thema SuccessFactors in 2012 auf den Plan gerufen hat, kursiert in Deutschland nur eine Frage: Wie kann ich meine Zeitwirtschaft und Abrechnung mit SuccessFactors abbilden? Den aktuellen Stand zu Zeitwirtschaft und Abrechnung in SuccessFactors werde ich im Folgenden erläutern.

Die HR-Strategie der SAP im Überblick

Die grundlegende HR-Strategie der SAP ist mittlerweile kein Geheimnis mehr – Zeitwirtschaft und Abrechnung sind demnach bis mindestens 2030 sichergestellt. Das ist zumindest entscheidend, denn hingegen vieler Meinungen ist 2030 nicht unbedingt das Ende von SAP HCM bzw. dann SAP HCM for HANA. Die SAP kann schlicht selbst nicht wissen, was nach 2030 passiert, und tätigt somit nur bis zu diesem Jahr eine klare Aussage. Das ist aus meiner Sicht nachvollziehbar, betrachten wir die heutige Entwicklungs- und Veränderungsgeschwindigkeit von Technik und Gesellschaft.

Planungshorizont SAP HCM

Zeitwirtschaft und Abrechnung können somit sicher bis 2030 On-Premise betrieben werden, sofern die Voraussetzungen für SAP HCM on HANA vorhanden sind bzw. der Umstieg im Zeitraum von 2023 – 2025 (blau markiert) gelingt. Schon mal beruhigend, dass On-Premise erstmal gesichert ist, solange SuccessFactors die Themenfelder noch nicht bzw. nur sporadisch abdeckt.

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Aktueller Stand zur Zeitwirtschaft in SuccessFactors

Vor Kurzem war ich bei der SuccessConnect in London. Dort stellt die SAP einmal im Jahr viele Änderungen, Roadmaps und Prototypen im Bereich SuccessFactors vor. Die Zeitwirtschaft als integraler Bestandteil von Employee Central wird den Aussagen zufolge in den nächsten Jahren noch stark ausgebaut. Trotz der Partnerschaft und Integration von Kronos (Personalmanagementsoftware), soll Employee Central mindestens in die Lage versetzt werden, das aktuelle EUGH Urteil zur Arbeitszeiterfassung einzuhalten. Stand heute ist klar:

  1. Negativzeitwirtschaft funktioniert zufriedenstellend
  2. Positivzeitwirtschaft ist für Unternehmen mit deutscher Rechtssprechung nicht ausreichend

Die SAP hat im Bereich Zeitwirtschaft viele kleinere Verbesserungen im Bereich der mobilen App durchgeführt und nun auch eine dynamische Berechnung von Pausen eingeführt, was sicherlich ein wichtiger Schritt zur Nutzung der Positivzeitwirtschaft in Deutschland ist.

Kronos als Lösung für komplexe Zeitwirtschaftssysteme

Für Unternehmen mit komplexen Zeitwirtschaftssystemen wie verschiedene Schichtpläne, Leiharbeitern usw., wird es in Zukunft die Möglichkeit geben, Kronos zu nutzen. Employee Central wird nicht so weit ausgebaut, dass eine komplexe Zeitwirtschaft möglich ist. Die Integration zwischen EC und Kronos ist standardisiert und eventbasiert. Sprich, eine Änderung im EC würde automatisch einen Datentransport zu Kronos anstoßen. Externe Systeme wie Terminals etc. sind dann direkt an Kronos angebunden. Die verarbeiteten Zeitdaten aus Kronos können standardisiert an EC Payroll oder auch SAP HCM Payroll übertragen werden. Die Integration zwischen SuccessFactors und Kronos kostet keine zusätzlichen Lizenzgebühren – Projektaufwände und Lizenzen werden aber bei Kronos selbst fällig.

Zeitwirtschaft mit Kronos

Zeitwirtschaft mit Kronos

Aktueller Stand zur Abrechnung in SuccessFactors

Die Möglichkeiten zur Entgeltabrechnung mit SAP SuccessFactors haben sich für den deutschen Markt zuletzt nicht weiterentwickelt. Employee Central wird zwar kontinuierlich um weitere Länder ergänzt, aber eine deutsche Abrechnung ist noch in weiter Ferne. Dennoch hat die SAP auch auf der jüngsten SuccessConnect betont, dass an einer Abrechnung für Deutschland gearbeitet wird. Ganz ehrlich – ich bezweifel das und bin der Meinung, es wird in SFSF keine Abrechnung innerhalb von EC geben. Vielmehr wird eine Lösung ähnlich zu Kronos in der Zeitwirtschaft bereitgestellt, bei der ein starker Partner möglichst gut integriert wird, um die Abrechnung zu ermöglichen.

Die SAP favorisiert vorerst den Ansatz einer Sidecar-Lösung, sprich mit einem SAP-HCM-System zur Abrechnung. Dieses kann dann ab 2023 in ein SAP HCM for S/4HANA gepatcht werden. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit über die Managed Payroll. Das bedeutet, dass die Abrechnung nicht mehr im eigenen Haus läuft, sondern an einen externen Dienstleister ausgelagert wird. Auch die SAP bietet selbst diesen Service. In allen Fällen sind Schnittstellen zu einem Abrechnungssystem notwendig. Sie sehen es selbst: das Thema Zeitwirtschaft und Abrechnung mit SuccessFactors bleibt weiterhin spannend. Gerne tausche ich mich mit Ihnen dazu aus.

Sebastian Eßling

Mein Name ist Sebastian Eßling, bei der mindsquare bin ich als SAP HR-Consultant tätig. Es ist mir wichtig, meine Kunden auf dem Weg zur Digitalen Transformation der HR-Prozesse, zu begleiten, umfassend zu beraten und mit Ihnen zusammen hochwertige Produkte zu entwickeln.

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