Über Gehalt spricht man nicht? Doch – aber bitte datenbasiert | Best-of IT für HR April 2026
Vorab: Mein Name ist Sebastian Eßling und als Leiter des Consulting-Bereichs IT für HR bin ich von nun an Ihr erster Ansprechpartner bei Fragen. Mit dieser Ausgabe übernehme ich das monatliche Best-of von meinem Kollegen Denny Meyer. Genauso wie Herr Meyer freue ich mich zu jeder Zeit über Ihr Feedback. :)
Das Gehalt galt in vielen Unternehmen lange als Tabuthema – heute wird es zum strategischen Dreh- und Angelpunkt. Faire und transparente Vergütungspraktiken sind längst nicht mehr nur eine Frage der Compliance, sondern ein wesentlicher Faktor für Vertrauen, Arbeitgeberattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Wenn Mitarbeitende und Bewerbende nachvollziehen können, wie Vergütungsentscheidungen zustande kommen, stärkt das die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens – und kann sich positiv auf Engagement, Produktivität sowie Talentgewinnung und -bindung auswirken.
Eine neue Phase der Vergütungstransparenz
Was bislang vor allem als freiwilliger Beitrag zu Vertrauen und Arbeitgeberattraktivität verstanden wurde, wird nun zunehmend zur regulatorischen Anforderung: Bis zum 7. Juni 2026 müssen die EU-Mitgliedstaaten die EU-Lohntransparenzrichtlinie, Richtlinie (EU) 2023/970 in nationales Recht umsetzen. Die Richtlinie stärkt den Grundsatz „gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ und erhöht den Handlungsdruck auf Unternehmen. Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen, transparente Entgeltpraktiken einzuführen, relevante Informationen offenzulegen und geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede nachvollziehbar zu erklären beziehungsweise gezielt zu adressieren. Für Unternehmen bedeutet das: Vergütungsstrukturen müssen fair, vergleichbar und belegbar sein.
Genau hier zeigt sich in vielen Organisationen ein bekanntes Problem: Die notwendigen Daten sind vorhanden, liegen aber oft verstreut in Excel-Listen, Einzelfallanalysen, implizitem Wissen oder unterschiedlichen Systemen. Payroll liefert verlässliche Abrechnungsdaten, HR kennt Jobprofile, Karrierepfade und Organisationsstrukturen – doch unterschiedliche Datenquellen und inkonsistente Jobarchitekturen erschweren es, Vergütung, Rollen und Gleichwertigkeit von Arbeit konsistent zu bewerten.
Datenbasierte Entgelttransparenz mit SAP
Mit EU Pay Transparency Insights unterstützt SAP Unternehmen dabei, die Lücke zwischen operativen Abrechnungsdaten und strategischer Vergütungssteuerung zu schließen. Die Anwendung ist als neue Fähigkeit im People Intelligence Package der SAP Business Data Cloud (SAP BDC) angekündigt und soll im ersten Halbjahr 2026 starten. In Verbindung mit SAP SuccessFactors HCM und SAP Employee Central Payroll können Stammdaten, Jobinformationen und Payroll-Daten in einen gemeinsamen Analysekontext gebracht werden – als zentrale Grundlage, um Vergütungsentscheidungen nachvollziehbarer zu machen, länderübergreifende Compliance zu unterstützen und Steuerungsimpulse abzuleiten.
Als KI-gestützte Anwendung liefert EU Pay Transparency Insights handlungsorientierte Einblicke in Vergütungsstrukturen. Unternehmen können Gehälter analysieren, Auffälligkeiten und Ausreißer identifizieren sowie Maßnahmen zur Verringerung potenzieller Entgeltunterschiede ableiten. Damit lassen sich regulatorische Berichtspflichten effizienter erfüllen, während Führungskräfte und HR-Verantwortliche eine bessere Entscheidungsgrundlage für faire und konsistente Vergütungspraktiken erhalten. Entgelttransparenz wird damit nicht nur zur regulatorischen Pflicht, sondern zu einem strategischen Hebel für Steuerungsfähigkeit und nachhaltige Unternehmensperformance.
Sicherheit beim Payroll-Thema gewinnen
Die Anforderungen an moderne Payroll-Lösungen verändern sich spürbar: Wartungsfristen rücken näher, Cloud-Strategien gewinnen an Bedeutung und Unternehmen müssen entscheiden, wie ihre Entgeltabrechnung künftig aufgestellt sein soll. In unserem Live-Webinar „Payroll in der Cloud: Was Unternehmen jetzt zur ECP wissen müssen“ am 28.05.2026 erhalten Sie einen praxisnahen Überblick über aktuelle Entwicklungen rund um Payroll mit SAP – mit besonderem Fokus auf Employee Central Payroll.
Falls Sie zu diesem und weiteren Themen lieber vor Ort ins Gespräch kommen, besuchen Sie doch unser HR-IT-Expertenforum „So bringen Sie Cloud-Strategie, Zukunftstechnologien und HR-Pflichtprojekte zusammen“ am 11.06.2026 in Köln. In zwei Vorträgen und einer Masterclass zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre HR-IT zwischen Transformationsdruck und operativer Realität zukunftsfähig ausrichten, tragfähige Zielbilder entwickeln und neue Technologien dort einsetzen, wo sie echten Mehrwert schaffen. Freuen Sie sich auf praxisnahe Impulse, interaktive Formate und den Austausch mit anderen Verantwortlichen aus HR und IT. Die Veranstaltung ist für Sie kostenlos.
Nachfolgend finden Sie nun spannenden HR-Content sowie weitere Events und Webinare, die in den kommenden Wochen und Monaten stattfinden.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und einen erfolgreichen Start in den Mai.
Viele Grüße
Sebastian Eßling
Unsere Events & Webinare
- 12.05.2026: Live-Webinar: SmartRecruiters for SuccessFactors: Einordnung, Auswirkungen und nächste Schritte für HR-IT
- 28.05.2026: Live-Webinar: Payroll in der Cloud: Was Unternehmen jetzt zur ECP wissen müssen
- 11.06.2026: HR-IT-Expertenforum Köln: So bringen Sie Cloud-Strategie, Zukunftstechnologien und HR-Pflichtprojekte zusammen
Schulungsangebote
13.05.2026: SAP SuccessFactors Administration (Online-Classroom)
SAP SuccessFactors ist in vielen Unternehmen fachlich gesetzt. Im Alltag fehlt jedoch oft das notwendige Systemverständnis, um administrative Aufgaben sicher und effizient zu übernehmen. Dieser halbtägige Online-Crashkurs richtet sich an Key User, HR-IT-Verantwortliche und interne Administratoren, die die administrativen Grundlagen von SAP SuccessFactors verstehen und typische Aufgaben eigenständig bearbeiten möchten.
Mehr Informationen und Anmeldung
Best-of IT für HR auf activate-hr.de | April 2026
[Knowhow] SAP CATS Genehmigungsworkflow: Zeiten sicher prüfen und freigeben
Der SAP CATS Genehmigungsworkflow stellt sicher, dass Arbeitszeiten nicht nur erfasst, sondern auch fachlich geprüft und freigegeben werden, bevor sie zu Abrechnung, Fakturierung oder Projektcontrolling weitergeleitet werden. Richtig konfigurierte Genehmigungsworkflows schaffen nicht nur Effizienz, sondern sind elementar für die Compliance. Wir erklären, worauf Sie bei der Workflow-Gestaltung achten sollten und wie Sie typische Fallstricke umgehen.
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Agilität ist heute eine Wettbewerbsvoraussetzung – auch im HR-Bereich. Unternehmen benötigen eine Personalmanagement-Lösung, die flexibles Handeln unterstützt. Mit dem Personalmanagement-Modul von Workday HCM können sie Arbeitszeiten, Einsatzplanung und Abwesenheiten flexibel und effizient steuern. Funktionen und Vorteile im Überblick.
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[Knowhow] Entgelttransparenz ab 2026: Was HR jetzt strukturell klären muss
In Deutschland gelten ab 2026 neue umfassende Pflichten zur Entgelttransparenz. HR-Verantwortliche sind daher gefordert, ihre Prozesse korrekt anzupassen. Um Gehälter fundiert rechtfertigen zu können, empfiehlt es sich zudem, die bestehenden Vergütungslogiken kritisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Wir fassen zusammen, welche neuen Anforderungen für HR und Führungskräfte entstehen, und erklären, wie Unternehmen ihr Vergütungssystem zukunftssicher machen.
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Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen dazu, ihre Arbeitszeitmodelle neu zu überdenken. Eine Option, die dabei zunehmend diskutiert wird, ist die 6-Tage-Woche. Doch mehr Arbeitstage bedeuten nicht automatisch weniger Freizeit. Gerade beim Urlaubsanspruch und bei Ausgleichstagen lauern rechtliche Fallstricke. Unternehmen, die hier gut aufgestellt sind, können die Belastung ihrer Mitarbeiter reduzieren, gleichzeitig als attraktive Arbeitgeber auftreten und dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
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[Blog] SAP-Experten gesucht? Wie Unternehmen den Fachkräftemangel selbst verschärfen
Unternehmen suchen verzweifelt nach SAP-Experten. Der Bedarf wächst seit Jahren und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt, was den Fachkräftemangel nur verschärfen wird. Ein Treiber ist das Ende von SAP HCM: Die anstehenden Migrationen auf SuccessFactors oder S/4HANA erhöhen den Bedarf an erfahrenen Beratern bei ohnehin knappem Angebot. Wollen Unternehmen verhindern, dass sich ihre Bedarfslücke weiter vergrößert, dürfen sie junge Talente nicht länger ignorieren.
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[Blog] Naked Quitting vorbeugen – was können Unternehmen tun?
Der Begriff ist amüsant, das Phänomen besorgniserregend: „Naked Quitting“. Vor allem in der Gen Z und unter Millennials etabliert sich der neue Trend – der für Unternehmen ein echtes Problem werden kann. Was hinter dieser Form der Kündigung steckt und wie Unternehmen vorbeugen können.
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Ihr Sebastian Eßling























