Candidate Experience

Unter dem Begriff Candidate Experience werden alle Erfahrungen und Wahrnehmungen zusammengefasst, welche ein Bewerber während der Bewerbungs- und Kontaktphase mit dem Unternehmen sammelt. Hierzu zählen unter anderem jedes Vorstellungsgespräch, geführte Telefoninterviews, aber zum Beispiel auch die Berührungspunkte mit der Website.
Für Unternehmen wird es im Kampf um Talente und Fachkräfte immer wichtiger, auf Candidate Experience zu setzen und die Erfahrungen der Bewerber positiv zu beeinflussen. Ein bewusstes und gutes Candidate Experience Management wirkt sich auf den Erfolg des Unternehmens aus.
Positive Erlebnisse in der Einstellungsphase stärken die Arbeitgebermarke und wirken sich in weiterer Folge wertsteigernd auf die Produktmarke und Image des Unternehmens im gesamten aus. Mit einer verbesserten Erfahrung der Bewerber und späterer Mitarbeiter können auch Anzahl und Qualität von eingehenden Bewerbungen gesteigert werden.

Welche Phasen der Candidate Experience gibt es?

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Jedes Unternehmen sollte über ein gutes Onboarding verfügen, denn qualifizierte Mitarbeiter sind ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Im Allgemeinen wird die Candidate Experience in sechs Phasen eingeteilt:

1. Anziehungsphase

Die erste Phase zeichnet sich dadurch aus, dass es den ersten Kontakt von Unternehmen und dem Kandidaten gibt. Dies kann durch eine Empfehlung eines Freundes, ein positives Gespräch bei einer Messe oder durch eine Recruiting-Kampagne geschehen.
Schon der erste Eindruck sollte die Werte und das Image des Unternehmens tragen. Kandidaten sollte hier Lust auf mehr Information und Erfahrungen mit dem Unternehmen gemacht werden.

2. Informationsphase

Durch die Digitalisierung ist die erste Informationsquelle zu einem Unternehmen für die meisten Bewerber das Internet. Es ist somit sehr wichtig, dass der Bewerber eine gut aufbereitete Stellenbeschreibung auch auf der Webseite des Unternehmens findet, welche im besten Fall auf seine Erwartungen und seine Fähigkeiten zugeschnitten ist.
Die gesamte Präsentation des Unternehmens sollte sowohl durch die Attraktivität als auch durch die Konsistenz und Professionalität das Bild vom ersten Kontakt bestätigen.
Gerade in Branchen mit einem hohen Fachkräftemangel kann dies ein KO-Kriterium sein. Passen der erste Eindruck und die Aufbereitung der Informationen und Stellenanzeigen zum Unternehmen nicht zusammen, wird der Kandidat sich oftmals für die Bewerbung bei anderen Unternehmen entscheiden.

3. Bewerbungsphase

In der dritten Phase wird ein größeres Investment an Zeit von Kandidat und Arbeitgeber gefordert. Sollten die Anziehungsphase und auch die Informationsphase positiv verlaufen sein, wird der Kandidat bereit dazu sein, eine Bewerbung zu schreiben und sich grundsätzlich mit den Anforderungen für eine Bewerbung des Unternehmens auseinandersetzen.
Alle Formulare, welche vom Bewerber ausgefüllt werden sollen, müssen übersichtlich sein und der Upload von Dokumenten sollte immer ohne Probleme funktionieren. Abbrüche beim Upload oder nicht funktionierende Formulare können potentielle Bewerber abschrecken und stellen eine hohe Hürde dar.
Jeder Bewerber sollte nach dem erfolgreichen Eingang seiner Bewerbung zumindest mit
einer positiven Bestätigungsmail, in welcher weitere Informationen zu den nächsten Schritten in der Bewerbungsphase erläutert sind, benachrichtigt werden.

4. Auswahlphase

In die Auswahlphase sind Bewerbungsgespräche, die Kommunikation im Nachgang, die Gestaltung vom Auswahlprozess sowie der Empfang des Unternehmens einzuordnen. In dieser Phase wird der Bewerber das erste Mal mit der Unternehmenskultur in Berührung kommen. Im besten Fall kann der Bewerber bis hier schon ein insgesamt positives Bild vom Unternehmen sammeln und dies auch durch seine eigenen realen Eindrücke bestätigen.

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5. Onboardingphase

Die Willkommenskultur hat den Kandidaten angelockt und darf aufgrund dessen nach einer Zusage nicht sofort enden, denn sie war schließlich der Grund dafür, wieso sich der Kandidat für das Unternehmen entschieden hat.
An die Bewerbung und die erfolgreiche Einstellung sollte sich direkt auch ein Onboarding-Prozess anschließen, welcher dem neuen Arbeitnehmer den Arbeitsalltag erleichtert. Sollte dies nicht gewährleistet werden, kann sehr schnell der Eindruck entstehen, dass die Freundlichkeit und Professionalität nur in der Bewerbungsphase gegeben wurde und nicht generell im Unternehmen vorhanden ist.

6. Bindungsphase

Die Candidate Experience mündet erst später in die Employer Experience. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Kandidat meist schon als fester Teil des Unternehmens fühlt. Bis dahin kann es sehr schnell passieren, dass ein geeigneter Mitarbeiter wieder kündigt, da er sich mangelnd integriert fühlt. Es ist hier also sehr wichtig, dass Unternehmen eine Struktur und Überprüfung der Prozesse auch nach der Einstellung und Einarbeitung entwickeln.

Was kann im Zuge der Candidate Experience nicht beeinflusst werden?

Egal wie perfekt die Kommunikation des Unternehmens ist, es wird trotzdem vorkommen, dass es Kandidaten gibt, denen sie nicht gefällt. Es gibt Kriterien, welche (fast) nicht beeinflussbar sind. Hierzu kann zum Beispiel die Identifikation mit der jeweiligen Dienstleistung, den Werten des Unternehmens oder dem Produkt gezählt werden. Es ist selbsterklärend, dass sich ein Mensch mit einer pazifistischen Grundhaltung nicht bei einem Zulieferer der Waffenindustrie bewerben wird.


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