SAP ERP Central Component

SAP ECC

SAP ERP Central Component (SAP ECC) ist ein lokales Enterprise Resource Planning (ERP)-System, das allgemein als „SAP ERP“ bezeichnet wird. Die ECC-Software integriert digitale Informationen, die in einem Geschäftsfeld erstellt werden, in Echtzeit mit Daten aus anderen Bereichen desselben Geschäfts. Dies bedeutet, dass bei einer Aktualisierung in einem Geschäftsbereich, wie z.B. dem Vertrieb, ein Auslöser die Informationen in anderen relevanten Bereichen des Unternehmens, wie z.B. dem Lager, aktualisiert. Eine einheitliche Sicht auf die Unternehmensressourcen ermöglicht es Managern, datengesteuerte Entscheidungen zur Optimierung der Kerngeschäftsprozesse zu treffen.

SAP ECC wird typischerweise in mittleren und großen Unternehmen eingesetzt und bildet die Grundlage der SAP Business Suite, die auch Komponenten wie SAP Customer Relationship Management und Supply Chain Management umfasst. Die SAP-Dokumentation wurde beim Wechsel von R/3 nach SAP ECC offiziell von der Verwendung des Begriffsmoduls auf die Verwendung der Begriffskomponente umgestellt. Im Allgemeinen beziehen sich sowohl Modul, als auch Komponente auf einen Teil des Programms, der unabhängig voneinander entwickelt wird, um eine gezielte Menge von Geschäftsprozessen zu bewältigen.

E-Book SAP HCM im Überblick

Dieses E-Book beinhaltet die 5 Stufen der Evolution des SAP HCM sowie aktuelle Trends.

ECC besteht aus 11 häufig genutzten funktionalen Kernkomponenten und zwei technischen Komponenten. Diese sind:

  • Buchhaltung
  • Controlling
  • Vertrieb und Distribution
  • Materialwirtschaft
  • Logistikabwicklung
  • Produktionsplanung
  • Qualitätsmanagement
  • Instandhaltung
  • Kundenbetreuung
  • Projektsystem
  • Personalmanagement
  • ABAP
  • Netweaver

Die SAP plant diese Komponenten bis 2025 durch S/4HANA vollständig zu ersetzen.

ECC-Funktionskomponenten

ECC deckt die Geschäftsprozesse verschiedener Branchen ab, darunter Pharma, Chemie, Stahl und schnelllebige Konsumgüter. Die funktionalen Komponenten, die Unternehmen typischerweise von Anfang an einsetzen, sind Finanzbuchhaltung, Controlling, Materialwirtschaft und Vertrieb.

Um die Funktionalität aller Komponenten nutzen zu können, müssen diese auch immer implementiert werden. Es kann allerdings auch sinnvoll sein, sich gegen bestimmte Funktionskomponenten zu entscheiden.

Beispielsweise kann ein Kunde in Zusammenarbeit mit einem SAP-Implementierungspartner entscheiden, dass das SAP-Projektsystem nicht benötigt wird, da das Unternehmen keine große Anzahl von Projekten verwaltet.

Nachfolgend finden Sie die häufig implementierten funktionalen Komponenten, die SAP ECC beinhaltet, und die Business-Funktionen, welche sie abdecken:

Buchhaltung

In der Finanzbuchhaltung werden Forderungen aus dem Verkauf, Verbindlichkeiten aus dem Einkauf von Produkten oder Dienstleistungen, das Cash-Management sowie Bank- und Abstimmungsprozesse behandelt.

Controlling

Das Controlling verwaltet die Kostenstellenrechnung, die Profit-Center-Rechnung, die Innenaufträge zur Verwaltung kleinerer und mittlerer Projekte sowie die Produktkalkulation.

Die Erzeugniskalkulation bietet der Fertigungsorganisation den größten Geschäftswert, da sie zunächst die Herstellungskosten eines Produkts simuliert und dann mit den tatsächlichen Kosten vergleicht.

SAP ECC

Vertrieb und Distribution

Der Vertrieb steuert die Vertriebsgeschäftsprozesse eines Unternehmens, einschließlich des Verkaufs von Produkten oder Dienstleistungen auf nationalen und internationalen Märkten durch Direktverkauf an Kunden oder Verkauf über ein Vertriebsnetz.

Kundenretouren und -gutschriften sowie Leihgut werden ebenfalls im Vertrieb und der Distribution abgewickelt.

Materialwirtschaft

Die Komponente Materialwirtschaft verwaltet die Beschaffung von Materialien oder Dienstleistungen und die Bestandsführung. Die Beschaffung kann von lokalen Lieferanten oder internationalen Lieferanten erfolgen.

In der Bestandsführung verwaltet die Materialwirtschaft alle Warenausgänge, Wareneingänge und Materialtransfers von einem Werk oder Lagerort zu einem anderen.

Die Zählung und Abstimmung der Inventur von Materialien werden ebenfalls in der Materialwirtschaft verwaltet.

Logistikabwicklung

Die gesamte Eingangs- und Ausgangslogistik und das Supply Chain Management des Unternehmens werden in der Komponente Logistikabwicklung verwaltet.

Darüber hinaus bietet die Logistikabwicklung auch die Teilkomponente Lagerverwaltung an, die Unternehmen implementieren können, um komplexe Lagervorgänge auf der Ebene von Regalen und Lagerplätzen zu verwalten (was die Materialwirtschaft nicht bietet).

Produktionsplanung

Die Komponente der Produktionsplanung kann für die Einzel-, Prozess- oder Serienfertigung oder eine Kombination aus mehr als einer Fertigungsart eingesetzt werden. Darüber hinaus stehen Werkzeuge der Disposition wie Prognose, Materialbedarfsplanung, Absatz- und Produktionsplanung, flexible Planung und Kapazitätsplanung zur Verfügung.

Qualitätsmanagement

Die Komponente Qualitätsmanagement integriert sich weitgehend in die Prozesse der Beschaffung, Produktion, des Verkaufs und der Anlagenwartung.

Fortschrittliche Funktionen wie Auditmanagement, Stabilitätsstudie oder Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse sorgen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung der Geschäftsprozesse eines Unternehmens.

Instandhaltung

Die Komponente Instandhaltung hilft, alle Equipments und Technischen Plätze eines Unternehmens in einem optimalen Betriebszustand zu halten und so Maschinenausfälle zu vermeiden, die zu Produktionsstörungen führen können. Geschäftsprozesse, wie z.B. vorbeugende Instandhaltung, Instandsetzung und Instandsetzung, werden abgedeckt.

Kundenbetreuung

So wie die Produktionsplanungskomponente die innerbetrieblichen Equipments und technischen Plätze eines Unternehmens verwaltet, so bedient die Komponente Kundenbetreuung die Geschäftsprozesse, wenn ein Unternehmen die Instandhaltungsleistungen von Equipments und technischen Plätzen für externe Kunden anbietet.

Die Möglichkeit, den Kunden die erbrachten Wartungsleistungen in Rechnung zu stellen, ist ebenfalls Bestandteil der Kundenbetreuungskomponente.

Projektsystem

Mit dem SAP Projektsystem ist es möglich, große, komplexe Projekte zu managen, wie z.B. den Aufbau einer neuen Produktionsstätte oder den Instandhaltungsumlauf eines Werkes. Die Möglichkeit, Projektstrukturplanelemente und -netze einzurichten und über Vorgänger-Nachfolgerbeziehungen zu verbinden, gewährleistet eine lückenlose Projektverfolgung und -überwachung.

Alle projektspezifischen Beschaffungen oder Produktionen durch das Projektsystem stellen sicher, dass diese Komponente in der Lage ist, die Kosten eines Projekts korrekt zu verrechnen und gleichzeitig das definierte Projektbudget einzuhalten.

Personalmanagement

Die Komponente Personalmanagement verwaltet die Personalabrechnung, Zeitmanagement-aktivitäten wie Anwesenheit und Urlaub, Trainingsbedarfsmanagement und Reisen. Neben dem Lernmanagement bietet SAP HCM auch die Teilkomponente für Arbeitsumgebung sowie Gesundheit und Sicherheit.

Technische Komponenten von SAP ECC

Für die Nutzung von SAP ECC müssen die technischen Komponenten ABAP und NetWeaver im System implementiert sein.

Die ABAP-Komponente unterstützt alle Arten von kundenspezifischen Entwicklungen, die für das Unternehmen wichtig sind. Somit können neue benutzerdefinierte Berichte oder spezifische Berichtsformate für die rechtliche und finanzielle Berichterstattung entwickelt werden.

NetWeaver sorgt für eine effektive Systemadministration von SAP ECC. Es ermöglicht Unternehmen, Einzelpersonen oder Gruppen spezifische Rollen und Berechtigungen zuzuordnen.

Erweiterungspakete

SAP hat keinen vordefinierten Zeitplan, wann neue Erweiterungspakete freigegeben werden. Enhancement Packages enthalten Funktionen, die ein Unternehmen bewerten und feststellen kann, ob eine Aufrüstung der bestehenden ECC sinnvoll ist. Das EHP8 auch Enhancement Package genannt, ist die neueste Version vom März 2018.

SAP ECC-Implementierung

Die Implementierung von SAP ECC ist ein großes Unterfangen und erfordert die SAP-fokussierte Methodik der Projektumsetzung, die als ASAP (Accelerated SAP) bekannt ist. Es umfasst Phasen, die sich im Allgemeinen auf diese Bereiche konzentrieren: Projektvorbereitung, Erstellung eines Business Blueprints der umgebauten Prozesse, ECC-Konfiguration und -Entwicklung, Endvorbereitung sowie Go-Live und Support.


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