Guido Klempien
 - 24. März 2020

Crossboarding – das neue Onboarding?

Onboarding-Prozesse sind entscheidend, um neues Personal optimal einzuarbeiten und abzuholen. Im Rahmen solcher Prozesse erhalten Onboardees einen Überblick über ihre Aufgaben, die Unternehmenswerte und sie lernen ihre Kollegen kennen. Allerdings ist Onboarding teuer, zeitaufwändig und in gewisser Weise ein Glücksspiel. Schließlich kann dem Unternehmen niemand mit letzter Gewissheit garantieren, dass der neue Mitarbeiter wirklich für den Job geeignet ist. Selbst, wenn er im Bewerbungsprozess eine gute Figur gemacht hat.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist der Kostenfaktor, der bei Recruiting- und Onboarding-Verfahren anfällt, nicht zu unterschätzen. Gibt es keine günstigere Alternative?

Ja, die gibt es: Sie heißt Crossboarding.

Was bedeutet Crossboarding?

Crossboarding ist einer der 3 Boarding-Prozesse, zu denen außerdem das On- und Offboarding zählt. On- und Offboarding verfolgen das Ziel, Mitarbeiter erfolgreich ein-, bzw. auszugliedern. Beim Crossboarding stehen vor allem Umschulungen innerhalb des Unternehmens im Fokus.

E-Book: Onboarding

Jedes Unternehmen sollte über ein gutes Onboarding verfügen, denn qualifizierte Mitarbeiter sind ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Personaler setzen auf Crossboarding, wenn sie freie Stellen intern besetzen. Bei dieser Gelegenheit schöpft das Unternehmen das Potenzial seiner Mitarbeiterschaft voll aus. Bestehende Mitarbeiter erlernen dabei neue Fähigkeiten oder erweitern bereits vorhandene.

Crossboarding hilft Mitarbeitern dabei, sich in ihre neuen Rollen einzugewöhnen und stattet sie mit notwendigem Knowhow aus. Dazu gehören:

  • Relevante KPIs
  • Notwendige Fähigkeiten
  • Berichtstruktur in der neuen Abteilung
  • Funktionelle Informationen
  • Dress-Code

Im Rahmen des Crossboardings haben Personaler die Möglichkeit, neue Karrierechancen für das Personal bereitzustellen. Zudem finden sie heraus, auf welche Weise und in welchen anderen Rollen Mitarbeiter das Unternehmen bereichern könnten. Damit folgen sie dem zentralen Gedanken des Crossboardings: Der Schlüssel zu Unternehmens-Wachstum muss nicht zwangsläufig von außen kommen.

Crossboarding maximiert die Produktivität der Mitarbeiter und reduziert gleichzeitig ein Gefühl der Monotonie am Arbeitsplatz.

Mehr Motivation und geringere Kosten durch Crossboarding

Von Crossboarding-Prozessen profitieren Unternehmen und Personal gleichermaßen. Im Folgenden sind die Vorteile aufgelistet, die sich aus Crossboarding-Prozessen ergeben.

Kostensenkung

Es ist deutlich kostengünstiger, bereits bestehende Mitarbeiter in neuen Positionen einzusetzen, als externe Recruiting-Prozesse zu starten und durchzuführen. Für kleine und mittelständische Unternehmen kann die Kosteneinsparung bereits Grund genug sein, Crossboarding-Prozesse bevorzugt einzusetzen.

Motivation bestehender Mitarbeiter

Crossboarding ist für Mitarbeiter eine Form der Anerkennung. Der Aufwand, den Verantwortliche betreiben, um Mitarbeiter weiterzubilden, drückt Wertschätzung aus. Das Unternehmen investiert Zeit und Ressourcen. Durch so gerichtete Maßnahmen entsteht eine „Lern-Atmosphäre“. In dieser sind Mitarbeiter motiviert, sich weiterzubilden und ihre Fähigkeiten auszubauen. Das Gefühl, dass harte Arbeit und gute Performance belohnt werden, fördert die Motivation und Produktivität der Mitarbeiterschaft zusätzlich.

Gutes Verständnis der Unternehmenskultur

Bestehende Mitarbeiter sind bereits mit der Unternehmenskultur vertraut. Sie haben einen Überblick über das große Ganze, sie kennen die Vision, die Ziele und die Philosophie des Unternehmens. Ihre Einstellungen und Wertvorstellungen stimmen mit den Werten des Unternehmens überein. Kurzum: Sie haben bewiesen, dass sie zum Unternehmen passen. Bei neuen Mitarbeitern können Personaler dieses Potenzial höchstens vermuten. Cultural Fit ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Produktivität und die Zufriedenheit eines Mitarbeiters.

Aufstiegschancen

Vorgesetzte sollten sich die Zeit nehmen, mit ihren Mitarbeitern über deren Wünsche und Ziele für die Zukunft zu sprechen. So können sie gemeinsam Karriere-Pläne entwickeln, die mit den Vorstellungen der Mitarbeiter übereinstimmen. Sie stärken auf diese Weise das Vertrauen des Personals in die Tatsache, dass gute Leistungen belohnt werden und dass es Spielraum für Aufstiegsmöglichkeiten gibt.

Bestehendes soziales Netzwerk

Bestehendes Personal verfügt über notwendige soziale Beziehungen. Es kennt die Team- und Hierarchie-Strukturen im Unternehmen. Dieses soziale Netzwerk hilft Mitarbeitern dabei, sich zügig in ihr neues Arbeitsumfeld einzufinden. Oft scheitern Onboarding-Prozesse, weil die Onboardees keine ausreichenden Arbeitsbeziehungen knüpfen können. Ein Gefühl der Akzeptanz ist entscheidend für Produktivität, Motivation und Zufriedenheit.

Wann ist Crossboarding notwendig?

Es gibt zahlreiche Situationen und Gründe, die Crossboarding-Maßnahmen erforderlich machen. In diesem Beitrag ging es vor allem um Veränderungen von Positionen und Aufgabenfelder. Aber auch Mitarbeiter, die beispielsweise aus der Elternschaft in das Unternehmen zurückkehren, profitieren von Crossboarding. Ebenso erfordern Vertragsänderungen wie eine Verschiebung von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung entsprechende Maßnahmen.

Fazit

Crossboarding kommt innerhalb eines Unternehmens immer dann zum Einsatz, wenn sich etwas an der Position und den Aufgaben eines Mitarbeiters verändert. Das ist nach einer längeren Auszeit sowie einer Vertragsänderung der Fall. Besonders gewinnbringend sind solche Maßnahmen, wenn sie darauf abzielen, Mitarbeitern umzuschulen und mit neuen Fähigkeiten auszustatten. So können Unternehmen freie Stellen mit eigenen Mitarbeitern besetzen, die ihre Qualifikationen und Cultural Fit bereits unter Beweis gestellt haben. Personaler schöpfen so die bereits vorhandenen Potenziale der Mitarbeiterschaft voll aus. Gleichzeitig verzichten sie auf zeit- und kostenintensive externe Bewerbungsverfahren. Langfristig steigern Crossboarding-Prozesse die Motivation, Produktivität und Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind und sich überlegen, auch in Ihrem Unternehmen vermehrt auf Crossboarding zu setzen, kontaktieren Sie uns gerne. Gemeinsam überlegen wir uns eine für Sie passende Strategie. Wir unterstützen Sie zudem dabei, diese Prozesse digital in Ihrem SAP-HCM-System abzubilden.

Guido Klempien

Guido Klempien

Als Fachbereichsleiter von ACTIVATEHR freue ich mich immer über spannende Herausforderungen. Es ist mein Ziel, jedes HR-Projekt zum Erfolg zu führen.

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